Verein Historischer Weinbau feiert Jubiläum in Geisenheim
Mit einer feierlichen Veranstaltung im Müller-Thurgau-Haus der Hochschule Geisenheim University hat der Verein zur Förderung des Historischen Weinbaus im Rheingau vergangene Woche sein zehnjähriges Bestehen gefeiert.
Über 60 Gäste aus Politik, Verwaltung und Weinbau würdigten die erfolgreiche Arbeit des Vereins seit seiner Gründung am 3. Dezember 2015.
„Historischer Weinbau bedeutet nicht museales Bewahren, sondern aktives Gestalten”, betonte Weinbau-Staatssekretär Daniel Köfer in seinem Grußwort.
Der Verein bewahre mit der Wiederentdeckung historischer Rebsorten nicht nur pflanzengenetische Vielfalt, sondern auch Wissen und handwerkliche Kompetenz über Generationen. Gerade in Zeiten von Klimawandel und Strukturwandel setze diese Arbeit ein wichtiges Signal des Optimismus.
Weinbaupräsident Peter Seyffardt hob die Bedeutung starker Netzwerke für die Region hervor: „Die Vernetzung der Akteure ist wichtig für eine Stärkung der Region. Der Verein ist ein gelungenes Beispiel für solche starke Netzwerke.”
Auch Gründungsvorsitzender Ulrich Steger, der von Beginn an die Entwicklung begleitete, zeigte sich erfreut, dass die Arbeit des Vereins erfolgreich fortgesetzt wird und die Idee am Leben erhalten bleibt.
Der aktuelle Vorsitzender Michael A. Else präsentierte in einem lebendigen Bildervortrag Impressionen der vergangenen zehn Jahre. Von der Stärkung historischer Rebsorten wie Roter Riesling oder Gelber Orleans über die Entwicklung des Historischen Rebensatz bis zum Leuchtturmprojekt „Weinkulturfenster Lorch am Rhein” spannte sich der Bogen.
Dabei wurde deutlich: Der Verein kümmert sich nicht nur um historische Sorten. „Es geht um viel mehr”, erklärte Else. „Es geht um die reiche Weinhistorie und die weinkulturelle Vielfalt gerade im Rheingau.
Diese wollen wir erlebbar machen – für einen Mehrwert für die Zukunft, zur Stärkung der Betriebe, des Tourismus, aber auch der Biodiversität.”
Als ein künftiges Highlight kündigte Else ein neues Kooperationsprojekt mit der Rebenzüchtung der Hochschule an: Auf einer Demonstrationsfläche sollen seltene historische Rebsorten gepflanzt werden. Ein Projekt, das zum Mitmachen einlädt und die Verbindung von Forschung und Praxis erlebbar machen soll.
Bei der begleitenden Verkostung konnten die Gäste die Arbeit des Vereins buchstäblich schmecken: Gelber Orleans von Weingut Josef Schönleber von 2018 bis zur Fassweinprobe 2025 sowie Versuchsweine der Rebenzüchtung aus seltenen historischen Sorten wie Lamberttraube, Gelber Kleinberger und Weißer Heunisch.
Viele Wegbegleiter der ersten Stunde nutzten den Abend zum Austausch und zum Netzwerken – ganz im Sinne des Vereinsmottos: „So schmeckt Geschichte.”
Den Abschluss des Abends bereicherte Prof. Dr. Leo Gros mit einer Collage zum Thema Weinreifung „Ich habe ihn für diesen Augenblick aufbewahrt…“
Passend dazu übergab der Verein ihm und Prof. Dr. Otmar Löhnertz ein besonderes Unikat für den Bestand der Geisenheimer Schatzkammer im Unikeller: eine Flasche 1947er Johannisberger Hansenberg Spätlese der G.H. Mummschen Kellerei. Über die Rebsorte schweigt die Flasche, wir hoffen sehr auf einen Riesling.
Danksagung
Wir danken allen, die diesen Abend erst möglich gemacht haben.
Für Grußworte und Beiträge:
Weinbau-Staatssekretär Daniel Köfer, Weinbaupräsident Peter Seyffardt, Gründungsvorsitzender Ulrich Steger, Leo Gros.
Für die Unterstützungen:
- Hochschule Geisenheim für die Räumlichkeit
- Bäckerei Dries für alle Gebäcke
- unseren Fördermitgliedern
- Weingut Baron Knyphausen für den Tischwein, Historischer Rebensatz
- Weingut Meine Freiheit für den Begrüßungssekt, Roter Riesling
- Weingut Michael Schönleber für Verkostung und Fassweinprobe, Gelber Orleans
- Weingut Laquai für Traubenschorle - Rebenzüchtung der Hochschule Geisenheim für Versuchsweine aus Historischen Rebsorten
- Ruth Lehnart für die Unterstützung bei der Organisation
- Michael Clasen, Zurich Versicherung für eine Veranstaltungshaftpflicht
- „Haus der Region“ für Tischdecken und Informationsmaterial
Und all unseren Gästen an diesem Abend.
Galerie
Pressestimmen
Rheingau Echo vom 5. Februar 2026, Seite 15
Wiesbadener Kurier vom 9. Februar 2026

