Die ANTES Weinbau-Service, auch mit Versuchsanlangen und in der Rebenveredlung tätig, nennt diese Übersicht „Einige Historische Rebsorten“ und damit ist alles gesagt. Denn es gibt sie nicht, die eine historische Rebsorte. ANTES gilt für diese übersichtliche Zusammenstellung als QR-Rebsortenposter zum Download unser Dank. (Dort finden sich noch weitere QR-Rebsortenposter zum Download.)

Mancher mag schon von der historischen Rebsorte „Roter Riesling“ gehört haben, hatte sie möglicherweise auch schon im Glas. Wie diese historische Rebsorte wieder in den Rheingau kam, erzählt Rebveredler Antes in einem Podcast des DWI. Reinhören.

Ganz im Sinne des Leitspruchs des Vereins: „So schmeckt Geschichte“. 

Der Pionier für Roter Riesling im Rheingau ist unser Fördermitglied Dr. Matthias Corvers, Weingut Dr. Corvers-Kauter, Oestrich-Winkel.

Der Winzer ist mit seiner damaligen Entscheidung heute noch sehr zufrieden:
„Es macht Sinn, im Rheingau auch andere Spielarten des Rieslings, wie Roter Riesling, einzuführen. Es zeigt den Varianten- und Geschmacksreichtum dieser Rebsorte und erlaubt mir so, den Kunden eine interessante, weil andere Geschmacksnuancen wiedergebende Variante des Rieslings anzubieten. Inwieweit Roter Riesling mit dem Klimawandel besser zurechtkommen wird, wird sich in der Praxis in den nächsten Jahren erweisen.“

Nach den jüngsten verfügbaren Zahlen für 2020 liegt der Anbau Roter Riesling in Hessen bei ungefähr 41 ha, davon ca. 23,5 ha im Rheingau und ca. 17 ha in der Bergstraße. Mit 11 ha ist die dortige Winzergenossenschaft der größte Anbauer. Die Hessische Bergstraße als kleinstes deutsches Anbaugebiet ist stolz, beim Roter Riesling der unangefochtene Marktführer zu sein.

Allerdings ist die Geschwindigkeit mit der sich Roter Riesling in Rheinland-Pfalz – insbesondere in den traditionellen Riesling-Gebieten Mosel und Pfalz – ausbreitet, enorm: 2020 waren bereits fast 35 ha bestockt.

Zur Erfolgsgeschichte haben auch wir ein wenig beigetragen – etwa durch ein Symposium zum Roter Riesling im Jahr 2014 mit 250 Teilnehmenden. SlowFood hat sich hier zusammen mit der Hochschule Geisenheim engagiert. (Einige Engagierte dieser Veranstaltung zählten später zu den Gründungsmitgliedern des Vereins.)

Zum Zeitpunkt unseres Symposium noch in der Diskussion: Wer war denn nun zuerst? Weißer Riesling oder Roter Riesling? Genetische Untersuchungen weisen mittlerweile die weiße Variante des Rieslings als Ursprung aus.

Roter Riesling mit dicker Beerenhaut zeigt eine bessere Widerstandsfähigkeit gegen Trockenstress und Sonnenbrand. Die Kirschessigfliege verschmäht ihn. Und im Keller zeigt er sich mit im Durchschnitt 2 g mehr Extrakt.

Die historische Rebsorte Gelber Orleans wird von unserem Fördermitglied Michael Schönleber vom Weingut Josef Schönleber in Oestrich-Winkel angebaut.

Auch unsere Fördermitglieder Stefan Lergenmüller vom Weingut Schloss Reinhartshausen  in Eltville-Erbach und Frederik zu Knyphausen vom Weingut Baron Knyphausen in Eltville bauen historische Rebsorten aus – den „Historischer Rebensatz“.

 

 

Weinliebhabern sei auch die Liste von Herrn Thomas Riedl empfohlen. Er hat seine Liste „Riedl: Deutsche Weine aus seltenen historischen Rebsorten und ihre Erzeuger“ im Jahr 2021 überarbeitet und aktualisiert. 446 Seiten geballtes Weinwissen mit Stand 12. Oktober 2021 hier zum Download. Ein großes Dankeschön an Herrn Riedl, der als Autodidakt und hauptsächlich als Weinfreund unentgeltlich dies zusammengetragen hat.

 

Hier geht’s zum Download der Liste
Riedl: Deutsche Weine aus seltenen historischen Rebsorten und ihre Erzeuger